War Gaddafi böse?
Unter Gaddafi haben Menschen gelitten. Einige aber auch nicht. Wenn wir ehrlich sind, ist das bei uns im Prinzip nicht anders.
Um auf der Welt fundamental etwas zu ändern, müssen wir uns mit den Gedanken der Menschen auseinandersetzen. Mit den Gedanken der Menschen, die wir verurteilen aber noch viel mehr, mit unseren eigenen Gedanken.
Darin liegt die Wurzel, darin liegt auch die Heilung.
Wir müssen uns klar sein, dass es nichts objektiv Gutes oder Schlechtes geben kann. Wir alle haben nur ein Konzept von der Welt, eine Idee, eine Theorie im Kopf. Andere haben ein anderes Konzept, eine andere Idee, eine andere Theorie. Wir handeln gemäß unseren Konzepten. Die Welt wird sich nicht weiter entwickeln, wenn wir eine Theorie als gut, und die andere Theorie als schlecht bezeichnen. Theorien sind Gedankengebäude, Vorstellungen von der Welt. Wir behandeln sie aber so, als ob sie die Welt sind.
Es gibt keine bösen Menschen, es gibt nur Menschen, die eine andere Vorstellung von gut haben.
In Libyen werden jetzt verschiedene Gruppen versuchen, neue Konzepte durchzusetzen. Die Moslems, die Kommunisten, die Wirtschaft, die Beduinen, die Frauenverbände, die Schwulen… alle haben Konzepte von einer besseren Welt. Und alle Konzepte gehen davon aus, es müssen meine äußeren Umstände verbessert werden, durch Gesetze, Maßnahmen, mehr Geld, mehr Komfort, mehr Versorgung….und dann geht es mir gut. Dieses Denken ist gleich wie bei Gaddafi. Aber es wird ihnen am Ende nicht gut gehen.
Auch nach dem Erfüllen aller Forderungen ist der Frust immer noch da
Auch in der Schweiz, wie in der ganzen Welt geht es letztlich nur um Konzepte, die äußere Bedingungen verändern wollen. Wir brauchen mehr von Diesem und Jenem, es muss weniger von Jenem und Diesem geben. Von außen gesehen ist die Schweiz eines der reichsten Länder der Erde, aber wir sind nicht zufrieden mit dem was ist. Der Frust reicht bei weitem nicht, um eine Revolution auszulösen, aber der Frust ist da und er verschwindet einfach nicht. In jedem Einzelnen von uns. Nehmen wir einmal an, alle Forderungen einer Gruppe in der Schweiz wären ab morgen vollständig erfüllt, glauben Sie der Frust in der Gruppe wäre weg? Wären die Menschen dieser Gruppe plötzlich tief glücklich?
Der gesunde Menschenverstand weiß es: Nein!
Die äußeren Umstände können keinen fundamentalen Frieden auf der Welt schaffen, wenn die Menschen nicht anfangen Frieden in sich selbst zu schaffen. Das erste ist, ehrlich zu sich selbst zu sein. Das heißt anzuerkennen, dass wir trotz äußerer Fassade mit uns selber unzufrieden sind. Auf einer ganz persönlichen Ebene. Wir sind ewig gehetzt, ewig verurteilend, ewig erwarten wir von einer nie eintretenden Zukunft die definitive Heilung. Aber sie will einfach nicht eintreten. Das ist der Frust!
Unzufriedenheit kann man nicht mit dem perfekten Gestalten des äußeren Rahmens wegbekommen
Wir denken, unsere unterschwellige, permanente Angst, unsere Unsicherheit, unsere Unzufriedenheit könnten wir irgendwann durch perfektes Gestalten des äußeren Rahmens wegbekommen. Das ist die Grundannahme der Menschen, das ist auch die Grundannahme in der Politik. Sie können jedes Zeitfenster der letzten 5‘000 Jahre anschauen, es hatte ohne Ausnahme niemals geklappt, wir laufen ständig am Ziel vorbei.
Wir können die Welt nicht im Außen grundlegend verbessern, wir können Sie nur im Innern verbessern. Politik und Gesetze kümmern sich nur um äußere Maßnahmen. Doch die können unsere innere Suche nach Glück nur begleiten, aber niemals die Ursache davon sein. Wenn wir fundamental etwas ändern wollen, müssen wir in uns selber beginnen, sonst wird sich nichts ändern.
Libyen, Palästina, Irak, Deutschland, USA, Schweiz… wir werden die Konflikte, die alle ursächlich von der persönlichen Unzufriedenheit der Menschen mit sich selbst herrühren, nur dadurch wegbekommen, wenn wir den Menschen anfangen zu erzählen, dass sie sich endlich exakt so lieben können, wie sie sind, denn dann werden sie auch die anderen Menschen so lieben können, wie sie sind.
Das ist die Lösung, und alles andere geht am Ziel vorbei.
Matthias Pöhm
Seminarbeschreibung "Der Glücksdurchbruch" Buch "Der Glücksdurchbruch"